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Pressemitteilung
Effretikon, 6. Juli 2008
Lichtblick
Nach ihrem Unfall im September des letzten Jahres mit äusserst schwierigem Verlauf konnte Sina Willmann mit dem Training beginnen.
Nach ihrem schweren Unfall im September des letzten Jahres in Rudersberg mit sofortiger Operation des rechten Armes stand Sina Willmann vor einer äusserst schwierigen medizinischen Situation. Mit schwer eingeschränkter Streckung und Beugung des Armes stand sie in Bezug auf das Quadracing vor einem nicht akzeptablen chirurgischen Resultat. Erst nach zweimaliger chirurgischer Revision, die letzte im April dieses Jahres, konnte eine Beweglichkeit geschaffen werden mit der überhaupt an ein Training zu denken war. Nach den ersten sechs Wochen, die durch die Physiotherapie zur Steigerung der Beweglichkeit geprägt war, reiste Sina Willmann in die Schweiz, um mit dem konditionellen und dem Kraftaufbau zu beginnen. Die Koordination und Durchführung dieses sensiblen Trainingsprogramms übernahm Ulli Woelk (personal sport service, ORTEMA Schweiz) der die junge Sportlerin zufällig im letzten Jahr am Tag ihres Unfalles in Rudersberg kennengelernt hatte. Die ersten und sehr vorsichtigen Trainingseinheiten wurden Ende Juni im move>med, (swiss olympic medical center, Zürich) und im eigenen Kraftraum des personal sport service durchgeführt, begleitend und mit gutem Resultat fanden parallel zu diesem Krafttraining, ein bis zwei Konditionseinheiten pro Tag in einem sehr flexibel gestalteten Trainingsplan statt. In den Bereichen Kraft und Kondition konnte bei der sehr motivierten und ehrgeizigen Sportlerin bereits in der ersten Woche eine deutliche und objektiv messbare Steigerung in allen Bereichen festgestellt werden, die zweite Trainingswoche diente der weiteren Konditions- und Kraftsteigerung so das Mitte Juli mit dem ersten vorsichtigen Fahrtraining begonnen werden konnte. Selbstverständlich sind die ersten Renneinsätze von einem weiteren positiven Verlauf abhängig doch ist in diesem zweiwöchigen Programm in Hinblick auf die weitere Karriere von Sina Willmann ein erster und sehr solider Grundstein gelegt worden.
personal sport service
Der personal sport service (Effretikon, Schweiz) beschäftigt sich grundsätzlich mit den medizinischen Problemen der Fahrerinnen und Fahrer im Bereich Motocross/Supermoto. Im Jahr 2006 begleitete Ulli Woelk zufällig einen befreundeten Quadfahrer und erkannte die ernormen sportmedizinischen Defizite im Bereich des Motocross/Supermoto in Bezug auf Ernährung, Hydratation und Behandlung von Verletzungen. Die Aussage: „20 Euro das Motoröl, 20 Cent das Sportgetränk“ hat bei vielen Fahrern in der Schweiz einen Denkprozess eingeleitet. Neben einem aktiven Rennservice für die Fahrerinnen und Fahrer an den Renntagen dient Ulli Woelk mittlerweile als Vermittler von verletzten Fahrern an die medizinisch kompetenten und motorsportorientierten medizinischen Zentren, weiterhin werden seine sportmedizinischen Artikel, die sich ausschliesslich auf den Motorradsport beziehen, in der Verbandszeitung des Schweizerischen Automobil- und Motorradfahrerverbandes veröffentlicht. Hauptberuflich ist Ulli Woelk seid über 20 Jahren in der Spitzenmedizin tätig.
Tips vom Profi
Richtig Trinken am Renntag
Ulli Woelk
Wie in jeder anderen echten Sportart auch ist das richtige Trinkverhalten im Motorradsport an einem Renntag entscheidend für die persönliche Fitness. Auch bei noch so guter Kondition kann ich bei falschem Trinkverhalten meine Fitness im wahrsten Sinne vernichten und dieser Artikel soll eine Anleitung geben, die allerdings jeder für sich ein wenig anpassen muss.
Wenn wir uns den Wasseranteil im Körper in Bezug auf das Lebensalter anschauen nimmt der Anteil des Wassers mit zunehmenden Alter, ca. 75% bei der Geburt bis 50% bei den Senioren, deutlich ab. Der Sportler mit seinem, in der Regel geringen Fettanteil in einem Alter in dem er Motorradsport betreibt besitzt einen Wasseranteil von etwas über 60%, Fettgewebe ist mit etwa 10% das Gewebe mit dem am niedrigsten Wasseranteil. Die wichtigsten Körpersäfte wie Blut, Lymphe und Verdauungssäfte bestehen überwiegend aus Wasser und erfüllen viele wichtige Funktionen und sind verantwortlich für die Zufuhr und den Abtransport von Nährstoffen, weiterhin ist Wasser Reaktionspartner vieler Stoffwechselvorgänge und Bestandteil vieler zellulärer Verbindungen. Wenn wir uns die Ausscheidung des Wassers bei normaler körperlicher Aktivität eines Erwachsenen anschauen, so verlieren wir über den Darm mit 0.1Liter, der Niere mit 1.0-1.5, der Lunge mit 0.4 Liter und der Haut mit 0.5 Liter eine Gesamtmenge von ca. 2.0-2.5 Liter pro Tag, die es zu ersetzen gilt. Die grösste Menge ersetzen wir durch die tägliche Trinkmenge mit 1.0 – 1.5 Liter, das in den Lebensmitteln enthaltene Wasser mit 0.7 Liter und dem Oxydationswasser, das bei dem Abbau von Zucker, Eiweissen und Fetten frei gesetzt wird und etwa 0.3 Liter beträgt. Leider ist der Mensch nicht in der Lage Wasserreserven zu bilden und ist darauf angewiesen die verlorene Flüssigkeit ständig zu ersetzen. Körperliche Belastungen führen zu einer vermehrten Schweissmenge die wir zusätzlich zu dem Grundbedarf von 2.0-2.5 Litern zuführen müssen. Der Schweiss ist unser Temperaturregulator, ohne Wärmeregulation würde zum Beispiel bei einem 10 Kilometer Lauf die Körpertemperatur auf ca. 47 Grad steigen, eine Temperatur die den sicheren Tod bedeuten würde. Die Schweissmenge die jeder Mensch produziert ist im Wesentlichen abhängig
- vom Trainingsgrad des Sportlers, je besser der Trainingszustand desto höher die Schweissproduktion
- die Bekleidung
- der Luftfeuchtigkeit
- der Aussentemperatur
Da die Schweissmenge sehr individuell ist und von mehreren variablen Faktoren abhängig ist bleibt uns, wenn wir den Flüssigkeitsverlust relativ genau messen wollen nur eine Methode, wir müssen uns vor und nach dem Rennen unter gleichen Bedingungen (unbekleidet, Blase entleert) auf eine gute Waage stellen und so die Differenz als Schweissmenge annehmen, also:
Gewicht vor dem Rennen – Gewicht nach dem Rennen = Verlorene Flüssigkeit während des Rennens
Wem dieses alles zu mühsam ist kann ein normales Motocrossrennen von 20 – 30 Minuten mit einem 10.000-m-Lauf vergleichen, der in seiner Zeitdauer etwa einem Rennen entspricht. Während eines 10'000 Meter Laufes werden bei einem 70 Kilo schweren Läufers etwa 700 Kalorien verbrannt, als grober Richtwert gilt 1ml Flüssigkeitsverlust pro verbrannte Kalorie also bei 700 Kalorien wären das 700ml (0.7 Liter) bei 70 kg Körpergewicht pro Rennen von 20 – 30 Minuten unter normalen Temperaturverhältnissen. Mit diesen Werten habe ich persönlich in meiner Praxis an den Rennwochenenden gearbeitet und damit gute Erfahrungen gemacht.

- ! Achtung!, das Kamel in der Wüste funtioniert nicht!
Bei massloser Flüssigkeitsaufnahme kommt es zur Ausschwemmung von Kochsalz, der schon über den Schweiss in grossen Mengen verloren wird, auch Salzverlust führt zum Leistungsverlust, dem Salz werde ich mich in einem späterem Artikel widmen.
Was passiert, wenn wir die im Rennen verlorene Flüssigkeit nicht angemessen ausgleichen. Bereits ab 2%, das entspricht etwa 1.4 Liter bei einem normal gewichtigem Erwachsenen kommt es zu verminderter Ausdauerleistung, bei 3-5% zu verminderter Kraftleistung, durch Zunahme der Blutviskosität vermindert sich die Fliesseigenschaft des Blutes, die Durchblutung der Organe (Herz, Gehirn, Haut zur Wärmeregulation) nimmt ab. Als grober Anhaltswert: bei einem Liter Flüssigkeitsverlust droht ein ca. 10%igen Leistungsverlust verbunden mit einer Abnahme der Konzentration. Also Leute, die Fakten liegen nun auf dem Tisch, die Gründe für eine angemessene Trinkmenge sind klar, nun stellt sich die Frage: was und wann?
Für mich ist die Wahl der Getränke an sich völlig klar, warum es Sportgetränke sind werde ich Euch in dem nachfolgenden Abschnitt kurz erklären. Das primäre Ziel nach einem Rennen ist es, dem Körper schnellstmöglich die Flüssigkeit die er verloren hat zu ersetzen. Die Geschwindigkeit mit der die Flüssigkeit aufgenommen wird ist seltsamerweise abhängig vom Kohlehydratgehalt in diesem Getränk. Der optimale Kohlehydratanteil und der damit schnellstmögliche Flüssigkeitsersatz beträgt 6 - 8% bei einer Getränketemperatur von 5 – 10 Grad Celsius, dieses haben
verschiedene sportwissenschaftliche Untersuchungen zweifelsfrei belegt. Auch Mineralstoffe spielen eine Rolle und sind als Teil der Osmolarität (Teilchendichte) mitverantwortlich für die Aufnahmegeschwindigkeit. Die Teilchendichte in einem Getränk wird verglichen mit der Teilchendichte im Blut und wir wissen, dass Wasser von der geringeren Dichte zum Ort der höheren Dichte strömt. Also haben wir ein Getränk mit geringerer Teilchendichte (hypoton) als im Blut, wird diese Flüssigkeit relativ schnell die Dünndarmwand passieren und schnell vom Körper aufgenommen, das Gleiche gilt in etwa für Getränke deren Teilchendichte gleich hoch ist als die im Blut (isotonisch). Stark zuckerhaltige Getränke (Red Bull,Cola, Orangina & Co) entziehen primär dem Körper Flüssigkeit, indem das Wasser durch die hohe Osmolarität aus dem Blut in den Darm strömt und sind für den Flüssigkeitsersatz völlig ungeeignet. Für mich bieten Sportgetränke eine sehr ausgewogene und definierte Mischung aus Kohlenhydrate und Mineralien und sind deshalb für mich das ideale Getränk. Zwei Dinge trüben allerdings meine Freude, zum Einen ist es der an sich zu niedrige Kochsalzgehalt (Natrium) im Getränk der im Schweiss deutlich höher ist und deshalb eine zusätzliche Salzzufuhr am Renntag nötig macht. Was mich weiterhin stört ist der relativ hohe Preis (ca. 3 Franken pro 0.5 Liter)der Sportgetränke bei eigentlich einfacher Herstellung. Das günstigste und ebenfalls vollwertige Sportgetränk bietet die Migros in Pulverform bei einem Preis von 1.20 Franken pro Liter, mein Favorit.
Der optimale Flüssigkeitsersatz beginnt am Tag vor dem Rennen mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr von etwa 2 Litern, wobei das Bier im Festzelt nicht gerechnet und nichts zu suchen hat. Alkohol „entwässert“ über eine verminderte Bildung eines Hormons (ADH) in der Hirnanhangsdrüse und sorgt damit ebenfalls für hohen Salzverlust. Der Renntag in Bezug auf den Trinkplan sieht folgendermassen aus:
Nach dem Aufstehen wird der nächtliche Flüssigkeitsverlust, die Niere arbeitet auch in der Nacht, ausgeglichen. Da beim SAM sehr früh eingeschrieben sollte die Gelegenheit genutzt werden um etwa 0.5 Liter (Erwachsener mit 70kg) zu trinken, „unsere“ Junioren trinken etwa 0,3 Liter und dieses kann schluckweise innerhalb einer Stunde geschehen.
Tipp: Einen Teil der Flüssigkeit ersetze ich durch eine Vitamin C Brausetablette, Vitamin C ist ein hervorragendes Psycho-Stimulanz, völlig ungefährlich, es macht wach und fördert die Konzentrationsfähigkeit am Morgen. Unmittelbar vor dem Training ist eine Menge von 0.2 – 0.3 Litern ideal, damit auch während des Trainings die Flüssigkeit ersetzt wird.
Im Intervall nach dem Training 0.4 Liter und unmittelbar vor dem ersten Rennen nochmals 0.2 - 0,3 Liter trinken, nach dem ersten Rennen 0,5 Liter und unmittelbar vor dem zweiten Rennen 0,3 Liter trinken und so weiter. Unmittelbar vor dem Rennen zu trinken ist nicht jedermanns Sache und verursacht ein ungewohntes Völlegefühl, deshalb sollte das richtige Trinken im Training geübt werden. In Bezug auf die Trinkmenge sollten unsere Junioren die Empfehlung um 0,1 Liter bei gleicher Zeiteinteilung reduzieren. Wem die Trinkmenge von 2.3 bis 2.6 Litern beim Erwachsenen recht hoch erscheint sollte bedenken dass der „normale“ Flüssigkeitsverlust (Niere, Lunge, Darm) mit 0.1 Liter pro Stunde sich fortsetzt, wir können somit einen Liter abziehen, es bleiben 1.3 – 1.6 Liter als Schweissersatz.
Der erste Griff nach einem Training oder Rennen ist nicht der nach dem Schraubenzieher sondern der nach der Trinkflasche, rascher Flüssigkeitsersatz entlastet den Körper!
Trinkplan (z.B. für Renndauer 15-20min., 15-25 Grad Aussentemperatur)
Erwachsener | Junior ca. 45kg | |
Aufstehen | ||
0,4 Liter | 0,3 Liter | schluckweise innerhalb einer Stunde |
0,2-0,3 Liter | 0,2 Liter | unmittelbar vor dem Training |
Training | ||
0,4 Liter | 0,2-0,3 Liter | schluckweise und sofort nach dem Training |
0,2-0,3 Liter | 0,2 Liter | unmittelbar vor dem ersten Rennen |
Ersetes Rennen | ||
0,4 Liter | 0,2-0,3 Liter | schluckweise und sofort nach dem ersten Rennen |
0,2-0,3 Liter | 0,2 Liter | unmittelbar vor dem zweiten Rennen |
Zweites Rennen | ||
0,5 Liter | 0,2-0,3 Liter | schluckweise und sofort nach dem zweiten Rennen |
Die Angaben sind Empfehlungen und müssen gegebenenfalls individuell angepasst werden. Bei Fragen zu diesem Thema bietet der SAM an den Renntagen folgenden Service: Ulli Woelk, Tel: 078 600 85 56




